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Gemeinschaftsschulen sind Schulen, in denen Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 10. Klasse bzw. bis zum Abitur unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft und vom Geschlecht, unabhängig von einer Religionszugehörigkeit und unabhängig von einer Behinderung gemeinsam mit- und voneinander lernen. Wir sind davon überzeugt, dass das Gemeinschaftsschulsystem auch die Grundlage einer anderen Schulkultur ist. Ein gegliedertes Schulsystem sendet immer auch Signale des Nicht-Gewolltseins und des Scheiterns aus. Diese andere Lehr- und Lernkultur ist eine Kultur des „Willkommens“ und eine Kultur der „Akzeptanz“. An Schülerinnen und Schülern wird das Signal ausgesendet: „du bist hier willkommen, niemand wird weggeschickt“. Das Verhältnis zueinander ist von Akzeptanz bestimmt. Verschiedenheit gilt als normal und ist Ausgangspunkt für individuelles Lernen und individuelle Förderung. Die Gemeinschaftsschule ist auf Erfolg ausgerichtet und nicht auf Scheitern durch Sitzenbleiben, Verweis an eine andere Schule oder verfehlte Schulabschlüsse.
Bildung ist entscheidend für die Zukunft und die Verteilung von Chancen an junge Menschen. Frühzeitig werden die Weichen dafür gestellt, welche Stellung und welche Perspektive ein Mensch im Arbeitsleben und der Gesellschaft hat.
Dabei ist die Kluft zwischen denen, die eine Chance haben und denen, die immer weniger Chancen haben, unverkennbar größer geworden. UN-Menschenrechtsexperten, Gewerkschafter und immer mehr Wirtschaftsvertreter sind sich inzwischen einig: Diese Spaltung einerseits und der Mangel an Spitzenleistungen andererseits werden vor allem durch das bestehende gegliederte Schulsystem befördert. Die PISA-Ergebnisse belegen dies in eindeutiger Art und Weise. Trotz hoher Bildungsausgaben in Berlin (rund 2,4 Mrd. Euro) erzielt dieses Bildungssystem schlechte Ergebnisse. Eine Gemeinschaftsschule kann nicht nur die Mittel effektiver einsetzen sondern auch mehr Schülerinnen und Schüler individuell fördern und zum Abitur führen.
Dieses Schulsystem, dass seine Ursprünge im preußischen Drei-Klassen-Staat hat, ist antiquiert. Berlin braucht eine Schule, die allen beste Chancen gibt, die besser individuell fördert und die nicht ausgrenzt.
Dadurch können mehr Kinder zu guten Schulabschlüssen geführt werden und haben später bessere Chancen ihr Leben selbst bestimmt zu gestalten, ein Studium aufzunehmen und Arbeit zu finden. Alle lernen individuell und doch gemeinsam. Alle werden gefördert. Keiner wird zurückgelassen.